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Erinnerungskultur als Brücke für Demokratie und deutsch-polnische Verständigung

Wie kann Erinnerungskultur junge Menschen dazu anregen, Verantwortung für Demokratie und Menschenrechte zu übernehmen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Erasmus+-Kooperationsaufenthalt vom 8. bis 12. Juni 2026 in Polen. Gemeinsam besuchten Vertreterinnen und Vertreter des Robert-Bosch-Berufskollegs, des Fritz-Henßler-Berufskollegs und des Leopold-Hoesch-Berufskollegs die polnische Partnerschule ZSP3 in Zamość, um die Grundlagen für ein gemeinsames deutsch-polnisches Bildungs- und Gedenkprojekt zu legen.

Empfangen wurden die Gäste von den Ansprechpartnerinnen Agnieszka Banaszak und Irena Szwajkowska sowie dem Schulleiter Waldemar Pawełczuk. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Planung einer gemeinsamen Gedenkstättenfahrt. Bereits im Frühjahr 2027 werden erstmals Schülerinnen und Schüler des Robert-Bosch-Berufskollegs, des Fritz-Henßler-Berufskollegs und des Leopold-Hoesch-Berufskollegs gemeinsam an der Gedenkstättenfahrt „Auf den Spuren der Deportation von Dortmund nach Polen“ teilnehmen. Die Fahrt soll künftig jährlich stattfinden und sich als fester Bestandteil der historisch-politischen Bildungsarbeit der drei Berufskollegs etablieren. Sie verbindet die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus mit einem nachhaltigen deutsch-polnischen Schüleraustausch. Bereits im September reisen die Schulleitungen der drei Berufskollegs zur Partnerschule in Zamość, um die Kooperation offiziell zu besiegeln.

Während des Aufenthalts besuchte die Delegation verschiedene historische Lern- und Erinnerungsorte, darunter:

  • die Altstadt von Zamość,
  • die Gedenkstätte Rotunde,
  • das ehemalige Vernichtungslager Bełżec
  • sowie die Gedenkstätte Majdanek bei Lublin.

Die Besuche machten die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen erstaunlich erfahrbar und verdeutlichten die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur für Demokratie und Menschenrechte.

Neben den Gedenkstättenbesuchen stand vor allem der persönliche Austausch mit den polnischen Partnerinnen und Partnern im Mittelpunkt. Die Begegnungen waren geprägt von Offenheit, Gastfreundschaft und dem gemeinsamen Ziel, jungen Menschen demokratische Werte, Toleranz und europäische Verständigung näherzubringen.

Der Erasmus+-Kooperationsaufenthalt bildet den Auftakt einer langfristigen Zusammenarbeit der drei Dortmunder Berufskollegs mit der Partnerschule in Zamość. Ziel ist es, historisch-politische Bildung mit internationalem Austausch zu verbinden und Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf die gemeinsame europäische Geschichte zu eröffnen.

Am Robert-Bosch-Berufskolleg knüpft das Projekt unmittelbar an die Arbeit des Teams Prävention an. Dieses engagiert sich mit zahlreichen inner- und außerschulischen Projekten für Demokratiebildung, historisch-politische Bildung und gesellschaftliche Verantwortung.

Am 29.09.26 werden alle drei Dortmunder Berufskollegleitungen nach Polen reisen, dort mit der polnischen Schulleitung die Kooperationsverträge unterzeichnen und damit den offiziellen Grundstein für eine langjährige Zusammenarbeit legen. Wir freuen uns sehr, dieses Projekt auch mit der Unterstützung des Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund unter der Fördermaßnahme "Kultur und Schule" durchzuführen und als einen wichtigen Baustein in der Demokratieförderung in Dortmund am RBBK zu etablieren.